Neue Arbeit für Millionen?

 

Einleitung

Die durch eine Vielzahl von Fakten begründeten, hochwahrscheinlichen gesellschaftlichen Auswirkungen von Robotik, Automation, Informations- und Kommunikationstechnologie und gentechnisch revolutionierter Landwirtschaft sind von Experten unterschiedlichster Fachrichtungen und zahlreichen Denkansätzen beschrieben worden. Zu den prominentesten Pionieren auf diesem Gebiet gehören: Paul Kennedy (Historiker), Robert Reich (ehemaliger Arbeitsminister der Clinton-Regierung), Jeremy Rifkin (amerikanischer Wirtschaftsjournalist), André Gorz (Philosoph) und die Zukunftskommission Bayern Sachsen.

Bemerkenswert ist, daß die Einschätzung der Technologie-Entwicklung und ihre Auswirkung auf die Zukunft der Arbeit von immer mehr Vertretern des Top-Managements geteilt und strategisch genutzt wird. Angesichts dieser Einhelligkeit der Einschätzung unter Fachleuten ist es an der Zeit, daß Beschäftigungspolitik sich tiefer und umfassender als bisher mit dem Zusammenhang von Technologie, Wettbewerb und Arbeitsbedarf auseinandersetzt und auf dieser Basis eine auch langfristig tragfähige Ausrichtung gewinnt. Ist es nicht geradezu beschämend und höchst ärgerlich, daß die Management-Eliten der Global Player weitaus besser auf die Zukunftstrends ausgerichtet sind als die Führungskräfte in Politik und Staat? Ist es ein Wunder, daß sich Politik und Staat dann gegenüber der „Globalisierung“ im Hintertreffen fühlen?

Es kann keine Rede davon sein, daß die mit dem Zusammenhang von Technologie, Wettbewerb und Arbeitsbedarf verbundenen Fragen in der öffentlichen Diskussion als geklärt betrachtet werden können; nur selten werden derlei Fragen überhaupt gestellt. Das gilt im großen und ganzen für alle Parteien und Institutionen.

All zu schnell verlieren sich öffentliche Erörterungen über die Zukunft der Arbeit und der Gesellschaft in die bekannten gebetsmühlenartig vorgetragenen Standpunkt-Deklarationen über Regulierung-Deregulierung, mehr oder weniger Sozialstaat, Pro und Kontra von steuerlicher Unternehmensentlastung, Abschaffung und Ausdehnung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Zuwanderungsbeschränkungen, Asylrechtsänderungen, die Stellung der Frau im Beruf usw. Der Aspekt der Nachhaltigkeit bleibt dabei völlig auf der Strecke.

Zugleich fließen Annahmen über wirtschaftliche Voraussetzungen und Hypothesen über wirtschaftliche Möglichkeiten in die Diskussion ein, die alles andere als klar und plausibel angesehen werden können - und daher eher als offene Fragen denn als geklärte Voraussetzungen betrachtet werden müssen. Diese Fragen sollen hier geklärt werden.

 

 

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